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www.lesepulte.de 29 September 2006
Erntedankfest! Was ist das für ein Tag?
Unsere sympathischen Nachbarn haben drei aufgeweckte, liebenswerte Töchter. Die Älteste ist neun und mit ihr hatte ich vor wenigen Tagen ein besonderes Erlebnis. Sie schenkte mir einen Korb mit frisch gepflückten Pflaumen. Darüber habe ich mich sehr gefreut und bei meinem Dank habe ich erwähnt, dass am ersten Sonntag im Oktober das Erntedankfest sei. Aufgeschlossen wie immer fragte sie mich: "Was ist das für ein Tag?" Und ich antwortete ihr: "Das ist der Tag, an dem viele Menschen in die Kirche gehen, um Gott für die guten Gaben, für alles, was Menschen ernten dürfen, zu danken." Ihre spontane, kindliche, ehrliche Antwort lautete: "Aber ich glaube doch nicht an Gott!" Über meine Kindheitserlebnisse konnte ich bisher noch nicht mit ihr sprechen. Ich wünsche und hoffe auf eine passende Gelegenheit. Jedenfalls erinnere ich mich noch genau an die Zeit, als wir Kinder an dem ersten Sonntag im Oktober, trotz der Lebensmittelknappheit mit einem Apfel, einer Kohlrabi, einem Kohlkopf und vielen weiteren Früchten, auch Blumen, den Altarraum mit diesen Gaben schmücken durften. Mit glänzenden Augen betrachten wir dann unser Werk. Beim Schreiben dieser Zeilen denke ich aber auch an die schlimme Kriegs- und Nachkriegszeit, Zeiten von Hunger und Not, wo kein Obstbaum ungepflückt blieb und selbst angeschimmeltes Brot nicht einfach weggeworfen wurde. Nun, Gott hat wieder reichlich gegeben. In Europa zu reichlich, sodass Gottes Gaben für Mensch und Tier hin und wieder auch aus wirtschaftlichen Gründen vernichtet werden müssen? Merkwürdig! Seit Menschengedenken hatten wir in Europa nie ausreichende Nahrung. Heute, wo wir durch Fleiß und Gottes Segen mehr haben, als wir brauchen, da kommt bei vielen das Gotteslob nur schwer oder gar nicht über die Lippen. Eine verrückte Welt, die Gott leider vergisst und die Tatsache, dass unsere Tische - wenn auch zum Teil aus aller Welt importiert - mit seinen wunderbaren Gaben überquellen. Unserem gütigen Gott wollen wir immer wieder, Tag für Tag, für das Geschenk seines großen Reichtums loben und danken. Zuletzt ein Vers aus Psalm 65, 10: "Du sorgst für das Land und tränkst es; du überschüttest es mit Reichtum". WilFried Bock [WilFried Bock um 14:24 Uhr] [Direktverlinkung] |
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